Am 29. September machen wir uns auf den Weg nach Frankreich. Von München aus sind es knapp 7 ½ Stunden nach Reims – ein toller und vor allem zentraler Ausgangspunkt für Erkundungen und Besuche unserer Winzer. Es gibt unzählige Übernachtungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt.  Abends angekommen, machen wir noch einen Stadtspaziergang. Wen es nach Reims treibt, der sollte sich den Besuch der prächtigen Kathedrale und Fußgängerzone mit den wunderschönen Brunnen und ihren Beleuchtungen nicht entgehen lassen. Insbesondere am Wochenende ist Reims eine sehr belebte Stadt. Trotz herbstlicher Temperaturen sind überall Menschen vor den Bars versammelt; es wird viel gelacht und ein Glas Champagner oder auch gerne Bier darf dabei natürlich nicht fehlen. Wir haben den Eindruck, die Franzosen schaffen sich mit Leichtigkeit ihre eigenen feierlichen Anlässe. Sie warten nicht ab weil dafür das Leben zu kostbar ist. Die  ganz spontanen Momente sind meistens die besten; ungeplant und herzerfrischend.

In Reims können wir Ihnen einige Bars und Restaurants empfehlen, die biologische Champagner ausschenken:

  • The Glue Pot (49 Place Drouet d’Erlon, 51100 Reims) à sehr zentrales Café-Restaurant
  • Racine (8 Rue Colbert, 51100 Reims) à feines französisch/japanisches Restaurant mit frischen und saisonalen Produkten
  • L’Epicerie Au Bon Manger (7 Rue Courmeaux, 51100 Reims) à Feinkostladen mit ausgezeichneten, viel von Hand hergestellten, Produkten aus ökologischem Anbau. Es gibt immer eine Auswahl von frisch zubereiteten Speisen
  • Le Coq Rouge (67 Rue Chanzy, 51100 Reims) à französische Gerichte im Tapas Stil
  • Wine Bar by Le Vintage (16 Place du Forum, 51100 Reims) à gemütliche Weinbar im Herzen von Reims
  • Les Caves du Forum (10 Rue Courmeaux, 51100 Reims) à Weinladen im Gewölbekeller mit separatem Champagnerkeller
  • Le Clos des Terres Soudées (25 Rue Saint-Vincent, 51390 Vrigny – 10 Minuten von Reims entfernt) à schönes Bed & Breakfast mit großen und wohlig angenehmen Zimmern mit dem Charme und Charakter der Champagne, Picknickkörbe können zusätzlich gebucht werden
  • Wer Gerichte aus aller Welt mag, findet in Reims auch indische und thailändische Restaurants.
  • Wir empfehlen: eine Unterkunft mit Kochmöglichkeit mieten. Es gibt sehr gut sortierte Bioläden, dann mit Picknickkorb die wunderschöne Champagne erkunden


Im Anschluss bummeln wir durch die Gassen und Straßen von Epernay. Auf der Suche nach einem späten Mittagessen bleiben wir leider hungrig. Die Restaurants servieren nur bis 14 Uhr und wer nichts tierisches auf seinem Teller wünscht, bringt sich am besten ein Picknick mit. Vegane Gerichte sind rar. Außer einem einfachen Salat gibt es wenig Auswahl. Supermärkte sind am Sonntag Nachmittag geschlossen und so beschränken wir uns auf Baguette ohne Belag und frisch gepressten Orangensaft aus der Brasserie. In größeren Städten, vor allem in Paris, gibt es ein größeres Angebot an Restaurants mit veganen Speisen, aber in kleineren Städten und Dörfern ist die Auswahl sehr eingeschränkt. Wem Nachhaltigkeit wichtig ist und wer Plastik vermeiden möchte, der achtet bei der Bestellung im Café am besten darauf, dass die Getränke nicht im Wegwerfbecher ausgeschenkt werden oder gar Plastiklöffel mit dazu gereicht werden.Am nächsten Tag ist unser erstes Anlaufziel, südlich von Reims und der Montagne de Reims, die kleine Stadt Epernay. Hier treffen wir uns mit der Journalistin und Buchautorin Caroline Henry. Sie hat das Buch mit dem Titel „Terroir Champagne“ über biologisch arbeitende Winzer in der Champagne geschrieben, das einzige seiner Art. Vertieft ins Gespräch sitzen wir den ganzen Vormittag in einer kleinen Brasserie und reden über die Entstehung des biologischen Weinbaus, über die Bodengegebenheiten in der Champagne, Umweltschutz und die unglaublich wertvolle Arbeit der Winzer. Unglaublich, was alles entstehen kann, wenn drei gleichgesinnte Menschen zusammensitzen und philosophieren. Vielen Dank noch einmal an Caroline für diese spannende Unterhaltung und die großartigen Inspirationen. Bei Interesse am Buch können Sie gerne direkt mit uns in Kontakt treten. Das Buch ist als englischsprachige Ausgabe erschienen und wir würden uns freuen, es für Sie bestellen zu dürfen. Sie erhalten es auf Wunsch handsigniert von der Autorin. 

 

  


Eindrücke aus der Stadt Epernay



Weinberge bei Hautvillers

Unser Weg zurück nach Reims führt vorbei an wunderschönen Weinhügeln die sich in der späten Nachmittagssonne in ihrer ganzen herbstlichen Farbpracht zeigen. Wir halten an und machen schöne Fotos. Unser Weg führt uns auch durch das kleine Dorf Hauteville, das wir Ihnen sehr empfehlen können. Beim Bummeln durch die Gassen bestaunen wir die alten Gebäude und die unzähligen Winzerhäuser. Oberhalb des Dorfes hat man einen herrlichen Ausblick über die Weinfelder. Hier genießen wir die schöne Atmosphäre und trinken ein Glas Champagner.
In den folgenden Tagen besuchen wir einige unserer Winzer, unter anderem Pascal Mazet und Éliane Delalot, zwei kleine Familienbetriebe. Wir führen ausführliche Gespräche, besuchen Weinberge und Weinkeller. Wir erfahren viel über die traditionelle Champagner-Herstellung, über den Weinanbau und Methoden zur Stärkung der Reben und Böden. Es ist einfach so spannend, ständig neues zu lernen und dadurch unser
Wissen zu erweitern – toll – und dabei legen die Winzer große Geduld an den Tag; auch nach der gefühlten einhundertsten Frage bleiben sie souverän und gelassen.  Unsere Interviews werden im kommenden Jahr in verschiedenen Magazinen erscheinen. Wir teilen die Veröffentlichung der Artikel auf unserer Website und Social Media Kanälen mit. Freuen Sie sich auf neues und interessantes Wissen zu Winzern und Champagnerproduktion.

 

 

Auf unseren Erkundungstouren fällt uns immer wieder auf, dass es einige Weinfelder gibt auf denen Reben in voller Traubenfülle stehen. Mindestens genauso viele der Trauben liegen abgefallen auf der Erde. Auf Nachfragen erfahren wir, dass die Erntemengen pro Hektar genau festgelegt sind. Dafür verantwortlich ist das INAO (Nationales Institut für Herkunftsbezeichnungen).


übriggebliebene Trauben, die nicht mehr gepflückt werden dürfen

oder abgefallen sind...


Je nach Traubensorte sind es zwischen 10.400 kg/ha und 15.500 kg/ha mit ca. 8000 Rebstöcke pro Hektar. Wird dieser Wert überschritten verbleiben die Trauben an der Rebe und dürfen nicht in die Champagnerproduktion mit eingehen.

Diese Regelung bezüglich Ertrag und Dichte der Reben schützt unter anderem die hohe Qualität der Trauben. Explosionsartige Erträge, hervorgerufen durch besondere Düngung oder genetisch veränderte Rebsorten werden verhindert.



Krankheitsbefall der geschwächten, konventionell angebauten Trauben 


Die restlichen Trauben in den Weinstöcken unserer Winzer halten sich in kleinen Mengen. Hier hat der Verbleib der Trauben einen anderen Grund:

Der Beginn der Traubenernte wird für alle Winzer jedes Jahr festgelegt. Die Ernte muss in einem strengen Rahmen von drei Wochen erfolgen. Dabei orientiert sich die Erntezeit nach der optimalen Reife der Trauben. Das Jahr 2018 hat sich durch einen sehr intensiven und heißen Sommer ausgezeichnet, was zu einer schnellen Reifung der Trauben geführt hat. Dementsprechend früh wurde geerntet.Trauben die nach Ablauf der festgelegten Ernteperiode noch nachreifen, dürfen nicht mehr in die Champagnerproduktion gehen.

Wir haben das Vergnügen die Trauben zu kosten. Sie sind köstlich. Auch unsere Winzer lassen sich die süßen Früchte nicht entgehen, was zu genüsslichen Streifzügen durch die Weinberge einlädt.

Begeistert sind wir auch von unserem neuen Winzer Vincent Bliard mit seinem Champagner „Blanc de Blancs“

Die Bliards gehören zu den Pionieren im biologischen Champagneranbau und arbeiten seit den 70-er Jahren nachhaltig und im Einklang mit der Natur. Rosen durchstreifen die Weinhügel. Krankheiten, Pilzbefall und Nährstoffinsuffizienz zeigen sich an Blumen meist bevor die Reben befallen werden. Für Vincent Bliard hat die Prophylaxe Priorität. So kann er rechtzeitig handeln, seine Reben stärken und vor Krankheiten bewahren. Vincent Bliards großes Vorbild ist sein 89-jähriger Vater. Er ist gesund und voller Energie, hilft in den Weinbergen und ist immer noch bei der Produktion im Champagnerkeller mit dabei. Er ernährt sich von viel frischem Gemüse und Obst aus biologischem Anbau, hat uns aber ebenso schmunzelnd verraten, dass er zu gerne ein Glas seiner Champagner trinkt. Er ist davon überzeugt, dass ihm der Champagner, zusätzlich zu seiner Vitalität verhilft. Nicht zu vergessen: Champagner sind fermentierte Getränke.


Vincents großer Wunsch ist es seine Freiheit in der Champagnerproduktion zu bewahren.

In der Champagne existieren strenge Regeln, was Lese, Anbau und Ausbau im Keller betrifft, an die sich die Winzer halten müssen. Doch die Alchemie der Produktion wie z.B. die Verarbeitung, die Fermentation, die Länge der Lagerzeit (es müssen mindestens 18 Monate sein), die gezielte Assemblage (Mischung verschiedener Grundweine) und die Art und Weise wie sich die Trauben später geschmacklich ausdrücken, gehören alle zur Entscheidung der Winzer und geben ihm Freiraum für Individualität. Genau das macht jeden Winzer und Champagner so einzigartig. Diese Besonderheit findet man heutzutage fast ausschließlich in kleinen Manufakturen.

Diese Freiheiten, sowie das Leben im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten macht unsere Winzer zu sehr zufriedenen Menschen.

Wir lieben unsere Winzer für Ihre unvergleichbaren und einmaligen Champagner, die sie mit Herzblut und Leidenschaft kreieren.



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